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Ostern 2006: Drei KünstlerInnen, vier Materialien und fünfzig
Skulpturen
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Skulpturen
aus Glas, Mosaik, Keramik und Holz sind es, welche in den nächsten vier
Wochen in der halle545 in Meilen ausgestellt sind. Alle Werke sind sowohl für
den Aussen- als auch für den Innenbereich gestaltet und können somit in
verschiedenster Umgebung immer wieder neu erlebt werden.
Das
Stäfner Künstlerhepaar Carina und Räge Frey-Desax haben in der halle545
sozusagen ein Heimspiel. Sie beide arbeiten in den Atelierräumen der Halle,
wo sie in auch kreative Kurse und Teambuildingveranstaltungen anbieten und
eine permanente Galerie Ihrer Werke betreiben. Mit dieser Ausstellung möchten
sie aber zumeist neue oder noch nie gezeigte Skulpturen präsentieren und die
Weiterentwicklung des Bisherigen verdeutlichen. Zu Gast ist dabei die
Holländische Keramikkünstlerin Anni Doré. Sie hat sich in Ihrer Heimat seit
Jahren einen Namen für Ihre sinnlichen und humorvollen Keramikfiguren
geschaffen und stellt nun zum ersten Mal in der Schweiz aus. Ihre Werke
schaffen auf verschiedenen Ebenen interessante Spannungsbögen. Die durchwegs
mit blassen Farben glasierten Frauenfiguren präsentieren sich in ihrer Form
absolut nicht zurückhaltend. Und sind die Köpfe und oft auch Hals und Arme
noch zierlich und zerbrechlich, so entwickeln die unteren Körperteile
kurvenreiche, ja schon schwülstige und sehr erdgebundene Volumen. Die Damen
scheinen sich dabei äusserst wohl zu fühlen, sind sie doch verträumt und
entspannt, oder mit ihrer sinnlichen Körperfülle beschäftigt. Entrücktheit
und Intimität, welche fest auf dem Boden stehend Wind und Wetter zu trotzen
vermögen, diese Inhalte passen perfekt zum Material, das aus dem Boden
kommend nach der Verarbeitung Widerstandsfähigkeit und doch Zerbrechlichkeit
impliziert. solche Kontraste spinnen den feinen Humor welche Anni Dorés
Skulpturen ausstrahlen. Sie sind in ihren Widersprüchen sehr menschlich und
sympathisch, man muss sie daher einfach lieb bekommen.
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Carina
Desax zeigt Glasskulpturen, welche genau genommen gar keine sind! Und doch
lassen sich ihre bemalten Glasscheiben wie Skulpturen in den Raum stellen,
denn die doppelten Sicherheitsgläser ruhen scheinbar schwerelos auf zwei
Metallfüssen. Mit den intensiven Farben der Hinterglasmalerei verzaubert
Carina Desax die Umgebung und bewirkt mit dem Lichtschatten und der nur
punktuellen Verklebung der beiden Glasscheiben weitere Reflexe und
Farbspiele, welche diesen Zauber noch verstärken. Ein smartes Konzept, denn
obwohl ihre Arbeiten grosse Flächen aufweisen, ist durch die Transparenz der
Farben gewährleistet, dass keine Monumentalität oder Dominanz aufkommen kann,
im Gegenteil: die Skulptur geht in die Umgebung über und umgekehrt. Dieses
Fliessende liegt auch in der Formgebung der Farbflächen. Meist stellen sie
Figuren dar, seien dies männliche oder weibliche, welche in ihrer leichten
Abstraktion etwas Unirdisches, aber doch Vertrautes ausstrahlen. Nicht
umsonst gibt die Künstlerin ihren Arbeiten Namen von Figuren aus der
Mythologie. Sie führt damit die jahrhundertealte Tradition der mythologischen
Gartenskulpturen auf moderne und frische Weise fort. Doch auch im
Innenbereich und für Kunst am Bau liegt hier ein grosses Potential, hat
Carina Desax doch auch schon Projekte für Brunnen und Innenräume. Nebst
solchen in Meilen noch nie gezeigten Glasskulpturen, nach ihrer Ausstellung
in Montepulciano zusammen mit neusten Werken präsentiert, sind auch wenige
ihrer etwas älteren Mosaikarbeiten ausgestellt.
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Den
Holzskulpturen von Räge Frey ist gar mancher schon einmal mehr oder minder
bewusst begegnet. So hat er im öffentlichen Raum wie dem Meilemer Tobel oder
dem Männedörfler Allmendhof, aber auch in Privaten Gärten vor Ort Arbeiten
geschaffen, welche durch Ihre ruhige Präsenz und ihrer ausgeprägten
Standortbezogenheit nicht immer auf den ersten Blick auffallen, doch wie
verlässliche Freunde da sind, wenn man ihrer bedarf. Es erstaunt, wie der
Künstler ausschliesslich und immer mit derselben Motorsäge Skulpturen in
unterschiedlichster Art variierend in Grösse, Abstraktionsgrad,
Detailliertheit und Struktur schaffen kann. Mal glatt, mal verschroben, mal
Miniatur, mal Kolossal, mal nur leicht angedeutet, mal komplett aus dem Stamm
geschnitten - wie auch immer die Skulptur erscheinen mag, meist ist es der
Mensch, den Räge Frey so in seiner Existenz darstellt. Und gerade wegen
dieser Unterschiedlichkeit sind seine Skulpturen ideal für unterschiedlichste
Belange und Umgebungen. Somit erstaunt wiederum nicht, dass der Künstler auch
oft Auftragsarbeiten ausführt. Als Novum seiner Werkreihe sind in dieser
Ausstellung auch Wandreliefs nach dem Vorbild klassischer Friese anzusehen.
Diese erhalten nach teilweisem Beflammen zusätzliche Tiefe und Reiz.
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